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Beziehungsentwicklung Spender – Empfänger

Die Organspende unter lebenden Menschen ist nur auf Grund einer starken emotionalen Bindung möglich und akzeptabel. Der Spender muss seine Niere freiwillig und unentgeltlich verschenken. Und der Empfänger muss freiwillig und unentgeltlich dies Geschenk annehmen können. Das will von beiden sehr genau bedacht sein, und auch die Angehörigen oder nahestehenden Freunde sollten in die Entscheidung mit einbezogen werden. Die “altruistische” Spende, also eine Lebendspende an einen anonymen Empfänger, hat der Gesetzgeber ausdrücklich ausgeschlossen. Es geht immer um eine bewusste Handlung, die eine enge Beziehung zwischen Spender und Empfänger voraussetzt. Klassisches Beispiel ist die Spende eines Elternteils für ein krankes Kind.

Ebenso verständlich ist das Angebot eines Ehepartners oder Lebensgefährten an den anderen, dessen Leiden ja auch die Qualität des gemeinsamen Lebens negativ beeinflusst. Auch Spenden zwischen Geschwistern sind möglich. Durch die Gemeinsamkeit der Erbmerkmale besteht bei ihnen sogar eine Chance von 25%, dass die Gewebemerkmale völlig identisch sind. Nierenspenden unter guten Freunden sind ebenfalls legal, wenn zwischen den beiden eine erkennbare besondere Beziehung vorhanden ist. Problematisch stellt sich uns der Wunsch von jungen Kindern dar, einem Elternteil eine Niere zu spenden. Dies sollte sehr ausführlich und offen mit Arzt und Psychologen besprochen werden.

In zusätzlich zu den medizinischen Vorbereitungen vorgesehenen Gesprächen mit den Psychologen und der Ethikkommission soll einer voreiligen Entscheidung vorgebeugt werden, einer spontanen, unüberlegten Bereitschaft zu helfen, ohne alle möglichen Konsequenzen bedacht zu haben. Es soll auch sichergestellt werden, dass kein Spender und kein Empfänger unter Druck stand oder durch lukrative Geschenke oder Geldzahlungen zur Transplantation animiert wurde.

Diese eingehende Selbstbefragung ist notwendig, denn auch wenn die gesundheitliche Gefährdung des Spenders nach allen bisherigen Erfahrungen sehr gering ist, gibt es gelegentlich versteckte hohe Erwartungen, die manchmal mit einem Nierengeschenk verbunden sind. Diese Erwartungen können später, wenn sie nicht erfüllt werden, zu großer Frustration und der Gefährdung der Beziehung führen. Sie sollten von vorneherein ausgeschlossen werden.

Die Organspende eignet sich nicht zur Lösung eines bestehenden Partnerschaftskonflikts! Gerade unter Lebenspartnern trägt die Nähe zum Spender im Alltag dazu bei, dass die Verantwortung für die neue Niere sehr bewusst gelebt wird. Der Patient denkt daran, regelmäßig die notwendigen Medikamente einzunehmen und gesund zu leben, denn das ist der ethische Lohn des Spenders: ein langes Leben seiner verschenkten Niere. Es muss auch bedacht werden, dass es, wie bei jeder Operation, zu lebensgefährlichen Zwischenfällen, ja sogar zum Tod eines der beiden Partner kommen kann. Außerdem besteht auch bei der Lebendspende das Risiko des Organverlusts. Dies sind starke psychische Belastungen. Damit sich später keiner der Betroffenen mit Schuldgefühlen plagen muss, sollte dies Thema ausführlich vorher miteinander besprochen werden. Das entlastet seelisch, wenn tatsächlich etwas passiert, und bedeutet keineswegs, dass die Transplantation einer Niere unter Lebenden immer zu solchen Komplikationen führen muss. Im Gegenteil: Komplikationen sind selten.

Alle Untersuchungen weisen bisher auf eine hohe Zufriedenheit mit der Entscheidung zur Lebendnierenspende hin. In einer Schweizer Dissertation äußerten 98% der Spender – und dies bis zu 22 Jahre nach der Transplantation –, dass sie ihre Entscheidung nie bereut hätten und wieder so handeln würden. Nur in wenigen Fällen war eine Belastung der Beziehung aufgetreten, meistens hatte sie an Innigkeit und Stabilität zugenommen.


Funktionsraten nach Nierentransplantation

Die Fünf-Jahres-Transplantatfunktionsraten liegen bei der Transplantation von Organen lebender Spender bei 85,6 Prozent. Nach der Transplantation von Organen verstorbener Spender beträgt dieser Wert bei 71,1 Prozent.
Insgesamt liegt die Fünf-Jahres-Transplantatfunktionsrate nach Nierentransplantation in Deutschland bei 73,9 Prozent.